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Spendenaufruf: Kugel und Kreuz bald in neuem Glanz


1. Juni 2021


Seit fast einem Jahr ist der Dachreiter der Jakobikirche „kopflos“: 2020 bemerkte unser Küster Malik Ouada, dass sich das Turmkreuz bedenklich geneigt hatte. Nach Rücksprache mit der Baupflegerin Frau Pühn stand fest: Die gesamte Bekrönung mit Kugel und Kreuz muss demontiert werden. Beim Abbau am 18. Juli 2020 zeigte sich das ganze Ausmaß des Schadens. Die Verbindung verschiedener Metalle, in diesem Fall Kupfer und Stahl, löste eine chemische Reaktion aus, die zur Zerstörung des jeweils unedleren Materials führte. Den Rest besorgten Stürme sowie Blitzschläge. Die Zeit war also reif für eine gründliche Instandsetzung. Seit mehreren Monaten befinden sich Turmkugel und –kreuz nun beim Burgstädter Kunstschmied Thomas Koch. Die Metallteile werden aufgearbeitet und anschließend in einer Plauener Spezialwerkstatt neu vergoldet. Neben der Kirchgemeinde tragen dankenswerterweise auch die Landeskirche sowie die Untere Denkmalbehörde zur Finanzierung bei.
Das Kreuz auf dem kleineren der beiden Türme von St. Jakobi – dem Dachreiter – hat seine eigene Geschichte. Seit 1965 ist es an seinem Platz. Um den Bau dieses Turms im Zuge der Wiederherstellung der kriegszerstörten Kirche gab es im Vorfeld harte Diskussionen: Die städtischen Behörden waren nicht sonderlich begeistert, als ihnen Architekt Dr. Georg Laudeley seine Pläne vorlegte. Er konnte sich jedoch am Ende durchsetzen, denn über viele Jahrhunderte hatte ein barocker Dachreiter das Aussehen der Kirche mitbestimmt. In wesentlich größeren Ausmaßen als das Original entstand schließlich der neue Dachreiter als schieferverkleidete Stahlkonstruktion. Und noch etwas unterscheidet ihn von seinem Vorgänger: Seine Spitze ziert ein weithin sichtbares, vergoldetes Kreuz – im Gegensatz zur „neutralen“ Wetterfahne, die sich früher dort befand, und die auch auf den Entwürfen für den Neubau auftaucht. Wollte Dr. Laudeley im Vorfeld unnötigen Wirbel um das Kreuz vermeiden, als er die Pläne dem Rat der Stadt vorlegte – um dann vollendete Tatsachen zu schaffen? Man kann es nur vermuten. Immerhin war nur wenige Jahre zuvor, im April 1961, ein markantes Kreuz aus dem Stadtbild verschwunden, als der Turm der Paulikirche gesprengt wurde. Dabei kommt einem Christian Fürchtegott Gellerts Liedstrophe in den Sinn: „Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Ärgernis und eine Torheit werden, so sei’s doch mir, trotz allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes“ (EG 91).
Es bleibt zu hoffen, dass die restaurierte Turmbekrönung in den kommenden Wochen montiert werden kann und die uns allen vertraute äußere Erscheinung der Jakobikirche wieder komplett sein wird.
Dr. Stefan Thiele

Voraussichtlich wird das Turmkreuz Mitte bis Ende August 2021 wieder an seinem ursprünglichen Platz sein. Näheres dazu wird bekanntgegeben. Wir sammeln in der Offenen Jakobikirche und auch bei anderen Gelegenheiten Spenden für die Restaurierung des Turmkreuzes. Wer eine Spende überweisen möchte, nutzt bitte folgende Bankverbindung:

Metallbau Koch, Burgstädt

Kontoinhaber: Kirchenbezirk Chemnitz
IBAN: DE06 3506 0190 1682 0090 94
BIC: GENODED1DKD
Zweck: RT0612-Turmkreuz Jakobikirche

Kosten: 20.000 EUR – Zuschuss Denkmalpflege: 8.000 EUR Spendenziel: 12.000 EUR Bisher erreicht: 2.200 EUR

Turmkreuz Jakobi